Was ein Tag! Aber von vorne: Nach dem Frühstück, stand der Agent um 8 Uhr vor dem Hotel bereit, um mich und ca. 20 weitere Aidablu-Fahrer abzuholen. Der Großteil der Crew bestand aus Phillis. Der Typ neben mir im Bus war Activity Manager und fährt schon seinen 16. Vertrag. Der muss Spaß haben an dem Job... Dann hieß es am Schiff Passkontrolle und warten bis man im Büro des sogenannten Crew Purser dran war. Da ging dann das Drama los. Es fehlte ein Dokument, welches gestern bei meiner Oma im Briefkasten gelandet war. Meines Wissensstandes nach, hätte mir das aber nachgeschickt werden können. Naja jedenfalls hieß es erstmal warten. Es kam der HR-Manager von der Brücke höchst persönlich. "Kommen Sie mal mit Herr Eggers". Da wusste ich schon: Ab nach Hause. Nach einem kurzen Gespräch erklärte er mir wieso, weshalb, warum und ich erklärte ihm, dass ich schlichtweg alles richtig gemacht habe und auch nichts dafür kann, dass ich eben das eine Dokument nicht mit dabei habe. Frage war also: Wer übernimmt die Rückreisekosten? Ich sollte zunächst meine Unterlagen entgegen nehmen und nochmals warten. Nach ca. 10 Minuten wurde ich nochmals zum Crew Purser gebeten. "Können wir Ihre Unterlagen bitte noch einmal haben, wir checken Sie doch ein!" Hä, bitte was? Geiler Scheiß! Also doch! Bis gerade eben, wurde mir meine Kabine gezeigt (bin wohl noch allein!), mich auf dem Schiff herumgeführt und ich hatte meine erste Sicherheitseinweisung. Die AIDA ist ein schwimmendes Labyrinth. Ich laufe ständig die Wege zur Crew-Messe und zur Crew-Bar, in der Hoffnung, dass ich mich dieses mal nicht verlaufe. Es klappt auch nach dem 10. Mal noch nicht so ganz. Aber ich bin guter Hoffnung. In knapp 10 Minuten geht es dann zum ersten Diensteinsatz. In der Anytimebar werde ich heute Getränke zaubern. Mein guter alter Chef Kai meinte: "Wenn sie dich am ersten Tag gleich in die Any-Time schicken, na dann Prost-Mahlzeit. Haben sie wohl keine fähigen Leute an Board. Da wirste richtig gefickt." Ich bin ja mal gespannt. Freue mich aber schon. Und hoffe doch, dass ich später noch in er Lage bin, von meinen ersten Stunden als Barkeeper auf der Aida berichten kann.