Ein kurzer Rückblick

Leicht einen sitzen und keine Termine. Auch für mich eines der besten Beschreibungen für Glück. Also leicht einen sitzen hab ich - allerdings die Termine nehmen noch kein Ende. Arbeitsamt hier, Arbeitsamt da, TÜV, kein TÜV, Werkstatt, Wohnung leer räumen, München, Nürnberg und Coburg im täglichen Wechsel. Also knapp ne Woche dauerts wohl noch bis ich wirklich etwas rasten kann. Aber wie war es jetzt auf dem dicken schmutzigen Dampfer. Es lässt sich mehr oder weniger mit DURCHWACHSEN beschreiben denke ich. Selten hatte ich so viele Höhen und Tiefen in einer so kurzen Zeit. Nach ersten Horrortagen, konnte ich mich jedoch schnell einleben und hatte großen Spaß in der AIDAbar. Die Kollegen respektierten mich und wir hatten ein gutes Team. Dann kam die Versetzung in Vinothek, womit das ganze Dilemma dann begonnen hatte. Die ersten Wochen waren noch spannend, zwar auch anstrengend, aber ich konnte zeigen was ich kann. Nach der ersten Phase allerdings und ohne ein Ende dieser Zeit in Sicht, ging es mir zunehmend schlechter und die Motivation ließ stark nach! Oder weniger die Motivation als meine Laune. Es kostete jeden Tag mehr Energie die Schicht zu bestreiten. Nach einem gefühlten Kampf raus aus der Vinothek, rein in die Poolbar begann ein sehr schöne, wenn auch sehr kurze Zeit an Bord der AIDAblu. Ich konnte mir sehr schnell den Respekt einer hoch gefürchteten Head Barkeeperin verschaffen. Nachdem Sie mir beim ersten Vorstellen noch nicht mal meine Hand geben wollte, sollte ich sie schon nach wenigen Tagen "Ate" nennen, was soviel wie Schwester bedeutet. Wir arbeiteten Hand in Hand in der Bar. Ich versuchte alles was ich bisher wusste an die anderen Jungs weiter zu geben. Zudem startete ich endlich mein Crosstraining und hatte dadurch zwar sehr lange Tage aber ich war gefordert und hatte einen guten Ausgleich zu meinem Barleben. Es ist interessant, dass die Zeit in der Poolbar von meinen Vorgesetzten genau andersrum eingeschätzt wurde. Das hatte ich ein paar Tage vor meinem Abstieg erfahren. Während meiner Zeit dort, hatte niemand mit mir darüber gesprochen. Aber darauf kommen wir später zurück. Nach der Poolbar ging es für ein paar Tage in die Blubar und von dort in die Cafe Mare Bar - mein Bonbon zum Abschluss. Geplant waren genau zwei Reisen, also ca. 3 Wochen dort. Dann sollte die Kollegin wieder übernehmen. Aber es kam wie oft auf dem Schiff kommt. Der Plan ging nicht auf. Ich sollte in der Cafe Bar bleiben. Ich übte also über vier Monate die sogenannte Headbarkeeper Position aus - bekam aber meine Beförderung nicht. Aktuell plane ich im September wieder aufzusteigen. Ich glaube nicht, dass das alles war. Ich hatte einfach Pech. Und das nächste mal hab ich Glück. Und wenn nicht, dann ist die Option AIDA eben leider früher zu Ende als gedacht, aber dann ziehe ich eben eine andere. Aber weg von meinem Arbeitsleben an Bord. Darüber gibt es nämlich wirklich nichts aussergewöhnliches zu sagen. Das Schiffsleben außerhalb der Arbeitszeiten ist aber schon etwas besonderes. Alles ist iwie eine große Familie. Alle helfen sich gegenseitig. Wir sitzen ja schließlich alle im gleichen Boot. Das Essen ist gut und das Bier günstig. Was will man eigentlich mehr? Mal ein freier Abend wäre schön gewesen, aber das ist im Bardepartment nicht vorgesehen. Vor 0 Uhr ist da niemals Feierabend. Das zerrt - die anderen können gemeinsam Essen gehen oder sich von dem Abendprogramm an Bord verzaubern lassen. Es entspricht etwas mehr dem Traumjob,  von dem viele denken das ihn alle am Schiff haben. In der Bar ticken die Uhren allerdings etwas anders. Aber das Arbeiten als Barkeeper hat auch Vorteile. Es gibt in den meisten Bars drei Schichten, was bei regelmäßiger Rotation recht angenehm ist. Zu lange in der gleichen Schicht nervt allerdings ziemlich schnell. Stichwort 10 Wochen Vinothek.Aber dann verdient man doch sicher ein Haufen Kohle.... Ja und nein. Für die vielen Stunden, keinen freien Tag keinen freien Abend verdient man einen Witz. Aber bedenkt man, dass Unterkunft und Verpflegung schon dabei ist, ist es wiederum gar nicht so schlecht. Man kann gut was beiseite legen - wenn man will - mehr zumindest als an Land. Ist es das wert? Das ist so ein bisschen dir Frage. Das muss ich noch rausfinden. Aber es gibt einen Vorteil an Bord, den ich tatsächlich nicht mehr missen will: Keine Sorgen. Also im Sinne von keine Rechnungen die im Briefkasten liegen, kein Auto das kaputt geht und repariert werden will. Kein Haushalt der gemacht werden muss. Man muss sich um nichts kümmern, außer seine Arbeit an Bord. Daran könnte ich mich tatsächlich gewöhnen. Denn kaum an Land angekommen, ging es schon los. Bis nächste Woche stecke ich noch voll im Papierkrieg. Was mache ich jetzt eigentlich mit dem Blog? Der soll weiter gehen. Vielleicht demnächst mit ein paar leckeren Cocktailrezepten und immer mal wieder paar Geschichten, wie es bei mir und der Bar weiter geht. Vielleicht schaff ich es ja sogar mal mehr als alle drei Wochen zu schreiben. Sobald ich meinen eigenen Schreibtisch wieder habe, klappt das mit Sicherheit!Bis dahin sehen wir uns vielleicht am Tresen! Ahoi!