Funchal, meine eigene Bar und neue Herausforderungen

Da denkste nach fünf Wochen kehrt mal sowas wie Alltag ein - von wegen! Aber alles der Reihe nach! Zunächst hieß erst mal Overnight in Funchal auf Madeiera. Am zweiten Tag, haben wir es auch raus geschafft. Eine wundervolle Insel. Wir haben mit einem Taxifahrer ein paar schöne Punkte in Funchal angefahren und obwohl wir nur knapp 1,5 Std hatten, haben wir jede Menge gesehen! Also dort könnte ich mir tatsächlich vorstellen Urlaub zu machen. Die Insel ist der Wahnsinn. DSC04450.jpgIch versuche gerade die richtigen Worte zu finden, um das zu beschreiben, wie geil die 1.5 Std draußen waren, aber ich kriegs nicht hin. Selbst ansehen! Zurück auf dem Schiff hieß es dann Rotation. Ich wurde in die Blu-Bar im Theatrium gesteckt. Morning-Duty. Heißt 8 Uhr morgens Schichtbeginn. Na Danke! Aber direkt am ersten Tag merkte ich, wie geil das eigentlich ist. Denn schon um 12 ist die erste Schicht um und bis 18 Uhr ist Pause. Also knappe 6 Stunden, um rauszugehen und sogar auch noch genug Zeit etwas Schlaf nachzuholen. Dieses Mal war auch das erste Mal in der neuen Bar nicht so schlimm wie damals. Irgendwie ist ja dann doch jede Bar "same - same" wie wir hier gerne an Board sagen. Auch die Bordsprache hat hier hat echt ein paar Highlights:"Rede immer mit den Gästen wenn du Zeit hast" - "Make nice blabla with the guests"Ärger bekommen - to get a bananaHey Alter! - Hey Pabs! oder auch Hey Pabsi!Mein Englisch verschlechtert sich zwar an Board nicht unbedingt, ich würde aber auch nicht wirklich behaupten es wird besser. Ja nach same same in der Blu Bar, kam am Abend meine Chefin zu mir und meinte: "Lars bitte geh in Büro und überlege dir gut was du sagst!" Hä?! Bitte was? Was hab ich denn angestellt? Im Büro angekommen, warteten schon Chef und andere Chefin auf mich. Meine Gedanken waren in dem Moment eigentlich nur folgende: "Bitte keine Banane!" Und die war es auch nicht. Eine Kollegin, die in die Vinothek gehen sollte, hatte einen kleinen Nervenzusammenbruch, da die Vinothek nichts für sie ist und total überfordert war. Das Büro war nun der Ansicht, dass ich wohl der einzige bin, dem das nun zuzutrauen wäre. Sie sagten, dass es tatsächlich sehr früh ist und auch jetzt sehr plötzlich, es aber tatsächlich schon die erste Hürde zur nächsten Position ist. Denn jetzt habe ich die Verantwortung über meine eigene Bar - zwar arbeite ich dort auch quasi allein, aber hey! Mir wurde die Aufgabe zwar frei gestellt, heißt ich konnte mich dafür aber auch dagegen entscheiden. Hab die Herausforderung allerdings direkt angenommen und es ging auch gleich richtig los! Am ersten Tag: Gin-Tasting. Brauchbare Unterlagen vorhanden? Fehlanzeige! Also meine freien Stunden genutzt, um irgendwas Brauchbares zu Papier zu bringen. Zwar hätte ich den Workshop auch meinen Vorgänger machen lassen können, aber ich wollte mich direkt beweisen. Gemacht. Getan. 12 Männer und Frauen traten an zum Gin-Tasting. Am Ende waren alle zufrieden, inkl. mir! Da ich selber gern Gin trinke, konnte ich hier und da mal mit Halbwissen glänzen oder auch ein paar Fragen beantworten. Hatte ich eigentlich schon erwähnt, dass ich außer meinen Tastings noch fast 70 verschiedene Weine habe, die ich möglichst schnell lernen sollte? Ach und nicht zu vergessen, am nächsten Tag, also gestern, stand auch noch Whisky-Tasting an. Schon wieder waren meine freien Stunden dahin. Aber auch das Tasting verlief gut! Sehr gut sogar! In den nächsten Tagen und Wochen, lerne ich noch Rum-, Champanger-, und Weintastings kennen! Dann ist aber wirklich geschafft. Ich hab mir vorgenommen, die Vinothek ordentlich auf Vordermann zu bringen und vielleicht auch hier und da schon einige Änderungen vorzunehmen. Mal sehen wie weit ich so gehen kann! Ich freue mich jedenfalls schon nach den ersten fünf Wochen an Board, den ersten großen Schritt in Richtung Barchef gemacht zu haben. Mal sehen wo ich in weiteren fünf Wochen stehe - hoffentlich nicht mehr in der Vinothek. Morgen geht es raus in Cadiz - also gute Nacht und Ahoi!DSC04501.jpg