14 Tage Quarantäne.

Also so richtige Qurantäne.

Für diejenigen unter euch, die den letzten Eintrag noch nicht kennen: Ich bin wieder auf See und wie alle die derzeit auf ein AIDA-Schiff aufsteigen, 14 Tage in Quarantäne gekommen. Also erstmal wieder beruhigen. Kein Corona.

Aber bevor ich euch mehr über diese spannende Zeit erzähle, erstmal noch ein bisschen was zu meiner Woche bevor es losging.

Das muss man erstmal organisiert bekommen

Nachdem AIDA mich für den 03.07 für 9 Uhr morgens in Bremerhaven bestellte, sah ich etwas geschockt in meinen Terminkalender.

27.06 - Paarshooting in Coburg, 28.07 Shooting in der Bäckerei Feiler in Coburg, 29. und 30.6 Shooting in Schmalkalden,01.07 (2 Uhr morgens) erneut Backstubenshooting, erneut 01.07 Familienshooting in Nürnberg, 02.07 Hochzeitsshooting in München, 03.07 Hochzeitsshooting in Nürngerg, 03.07 Familientag in München, 04.07 Freundeshooting in München und es hätten weitere Aufträge am 06. und 09.07 gewartet. Absagen wollte ich nichts und musste ich zum Glück auch nicht. Hier großen Dank an Linda und Joscha die alle Shootings ab dem 03.07 hervorragend übernommen haben.

Und dennoch war es eine ganz schön hektische Woche, denn die Familie wollte verabschiedet werden (In München und Nürnberg), es musste gepackt werden und ich musste noch zu meiner Aufstiegsuntersuchung. Die Shootings nicht zu vergessen. Aber wie sich das für einen Eggers gehört, habe ich alles völlig stressfrei abgearbeitet. Nachdem ich das Hochzeitsshooting in München beendet hatte, habe ich sogar noch mein Auto beim Sebastian abgeben können (der leiht sich das glücklicherweise solange aus), der mich dann zu dem Abschiedsessen München fahren konnte. Nach einem schönen Abend mit der kompletten Bande (schön,dass ihr alle so kurzfristig da wart), ging es dann zum Bahnhof. 12 Stunden mit mir und der deutschen Bahn standen bevor. Umsteigen in Frankfurt und Hannover. Umsteigen von ICE, auf IC, auf RE. Man staune: Pünktlich - auch wenn das nicht immer ganz klar war. In Bremerhaven dann Taxi noch mal zur Polizei.

"Danke Herr Eggers, gegen sie liegen keine Strafanzeigen vor und sie dürfen aufsteigen. Viel Spaß"

Ah danke fürs Nachsehen!

Die anderen acht Kollegen waren auch alle schon da und so ging es dann an Bord der AIDAdiva und auch wie befürchtet, ohne große Umwege direkt auf Kabine.

Wie muss man sich das nun vorstellen? Ich bewohne eine sogenannte Balkonkabine auf Deck 7. Man hat eigentlich alles was man braucht. Getränke für zwei Wochen, ein Bett, ein Bad mit Warmwasseranschluss, einen winzigen Schreibtisch (Ablage trifft es da eher), ein kleines Sofa und wie es sich für diese Art von Kabine gehört, natürlich auch einen eigenen Balkon.

Achso das Fahrrad. Ja - Das war mein kleiner Extrawunsch, der mir ebenfalls erfüllt wurde. Bevor ich aufgestiegen bin, war ich optimistisch was den Sport angeht. Wie jedesmal eigentlich. Wie erfolgreich ich wohl dieses mal war?!

Der Tagesablauf

Ein freundliches Klopfen gegen 8 Uhr weckt mich meistens: Frühstück. Auf meinem selbst bestellten Tablett gibt es eine Schüssel mit Jogurt und Obst, ein Kännchen Milch und ein paar Haferflocken. Gesund sollte es sein. Nachdem ich dann versucht habe wach zu werden klingelt um 9 Uhr dann das Telefon. Meine Kollegin, die ich bald ablösen werde versucht mir über das Telefon schon die ersten wichtigen Aufgaben näher zu bringen. Ich zeichne unsere Gespräche immer auf, um nicht so viel mitschreiben zu müssen. Nach ca. 1.5 Stunden brummt der Schädel und wir beenden das Gespräch. Ab an meinen eigenen Rechner. Schließlich habe ich in der vergangenen Woche knapp 10 000 Bilder gemacht die noch bearbeitet werden wollen. Ein paar Videos stehen auch noch an, die geschnitten werden wollen. Doch kaum angefangen, klopft es wieder freundlich an der Tür: Mittagessen. Das wechselt bei mir täglich. Wenigstens ein Mal am Tag muss ich "normal" essen. Dann gibt es hier und da auch mal ein Mittagsschläfchen, ehe ich mich kurz vor 16 Uhr auf mein nächstes Trainingsgespräch vorbereite. Wiederum 1.5 Std später ist das nun auch geschafft. Aber kaum aufgelegt klingelt erneut das Telefon. Der Küchenchef. Ein kurzes Pläuschchen und meine Bestellung für den nächsten Tag wird aufgenommen. Die lautet eigentlich meistens: "Wie immer. Morgens Jogurt, Obst und Haferflocken, Mittags Europäisch (was auch immer auf der Karte steht. z.B. gefüllte Paprika) und Abends Salat mit Tuna." Der gute Björn versucht mich zwar immer mal wieder mir auch die bösen Sachen wie Desserts oder "Specials" wie Pizza anzudrehen, aber ich bin größtenteils standhaft geblieben. Nachdem er aufgelegt hat, klopft es dann erneut freundlich an der Tür: Abendessen. Wie gerade beschrieben etwas Grün mit Fisch. Zum Essen vielleicht ein Film geschaut oder direkt weiter an meinen Sachen gearbeitet. Und jetzt kommts. Gegen 21 Uhr schlüpfe ich dann in meine sexy Fahrradhose und öffne YouTube, suche mir einen Indoor-Cycling (auch bekannt als Spinning) Kurs raus und trete wie ein Irrer in die Pedale. Das nun schon 13 Tage am Stück. Ohne Ausnahme. Mal sehen wie lange ich noch dran bleiben kann. Sobald ich dann einigermaßen wieder auf mein Leben klar komme und mein Puls unter 180 gesunken ist, gibt es die verdiente Dusche. Auch wenn ich wünschte ich könnte danach schlafen wie ein Baby, bin ich meisten noch recht aktiv und arbeite an meinen Fotosachen. www.frame-by-frame.org - einfach mal vorbeischauen! Vor 1 Uhr schlafe ich meist nicht, was ich morgens dann seit 13 Tagen immer sehr bereue. Da muss ich noch einen besseren Rhythmus finden.

Aber wie war es denn nun 14 Tage auf einer Kabine eingesperrt zu sein? Ganz ehrlich? Ich hab das noch nicht einmal richtig mitbekommen oder realisiert. Ich hatte so viel zu tun, dass die Tage nur so verflogen sind. Und ich hab nicht eine Minute "gezockt" . Immer gut wenn man ein funktionierendes Hobby hat. Das hat mir ja bereits auf der AIDAvita sehr geholfen. Mich wird man so schnell nicht vor Langweile puzzeln oder stricken sehen, soviel ist sicher.

Morgen geht es ein bisschen früher als geplant schon raus aus der Quarantäne, ehe dann langsam der Ernst an Bord beginnt. Wann aber wieder Gäste an Bord kommen werden und wir auch hier aus Skagen (Dänemark) mal wieder weg kommen steht noch in den Sternen. Ganz persönlich denke und hoffe, dass wir Ende August wieder in See stechen können. Es bleibt spannend.