Noch nicht einmal auf dem Schiff angekommen und bereits eines der größten Abenteuer seit langer Zeit erlebt. Wie das? Dazu muss ich etwas ausholen. Wir erinnern uns: Bei meinem ersten Einsatz verlief die Anreise gut, jedoch wollte man mich auf dem Schiff nicht so wirklich behalten, und erst nach langwierigem Hin und Her durfte ich meinen Vertrag antreten. Das ganze Dilemma hier. Der zweite Versuch, stressfrei an Bord anzukommen, verpuffte seinerzeit, als mein Flieger nach Amsterdam ausgefallen war. Wie es damals weiterging: Hier!Aller guten Dinge sind drei? Naja, es ging ja schon vor knapp zwei Wochen los, als die liebe AIDAvita beschlossen hatte, Hongkong aufgrund der Sorgen rund um das Corona-Virus nicht anzulaufen. Wo sollte ich doch gleich aufsteigen? Ach ja, Hongkong. Die Infos über die neuen Flüge - drei an der Zahl - ließen zwar etwas auf sich warten, erreichten mich aber noch rechtzeitig. Somit stand einem Aufstieg im Vietnam, genauer gesagt in Cai Lan, nichts mehr im Wege. Es sollten jedoch einige Hürden folgen.Einen Tag später als ursprünglich geplant, ging es dann am Dienstag nach Sturm „Sabine“ (die fast auch noch ein Wörtchen mitreden wollte, es aber dann doch gelassen hat) an den Münchner Flughafen zur Hürde Eins. Check-In Qatar-Airline. Zwar durfte mein Koffer bis zu 30 Kg wiegen, das Handgepäck jedoch nur 7 Kg, welches zu meinem Unglück (allerdings im Internet mehrmals bestätigt) auch penibel gemessen wurde. Als die Waage 15 Kg anzeigte, hieß es: lächeln und charmant sein. Kann ich. Ein „Ausnahmsweise“ später hatte ich schon meinen Aufkleber für Handgepäck an meinem Rucksack. Aber ich wäre nicht Lars Eggers, wenn ich nicht auch noch einen Notfallplan in der Hinterhand gehabt hätte: Meine Schwester und mein Vater hatten mich begleitet und warteten mit einem leeren Rucksack auf mich, den ich im Fall der Fälle noch hätte als Gepäck aufgeben können. Eine kleine Falle hatte ich mir mit meiner List allerdings selbst gestellt. Clever wie ich war, hatte ich meinem Escort-Service eine weitere Handgepäcktasche gegeben, damit diese beim Check-In nicht gesehen wird. Ich wollte meine Kamera-Cube einfach als „persönlichen Gegenstand“ durchgehen lassen. Aber der hatte nun diesen schönen Aufkleber von der Airline eben nicht. Ob das noch zum Problem werden würde?!Dann kam der Teil, bei dem ich auch Schwierigkeiten befürchtet hatte, letztlich aber einfach durchgewunken wurde: Die Sicherheitskontrollen. Ab ans Gate und warten. Hier fiel mir dann auf, dass an allen „persönlichen Gegenständen“ der Gäste kein Aufkleber angebracht war. Somit war ich zunächst wieder beruhigt. Allerdings habe ich die Rechnung ohne das Schicksal gemacht, das nun dreist eben jene junge Dame, bei der ich das Gepäck aufgegeben hatte, zur Kontrolle abkommandiert hatte. „Fuck!“ Ob sie sich an mich und meine viel zu schwere Tasche erinnern würde? Ich nahm mir fest vor, ihr einfach nicht in die Augen zu sehen. Dann aber wurde ich plötzlich zur Erste-Klasse-Abfertigung gebeten, wo gerade nur wenig Betrieb war. Glück gehabt!Im Flieger habe ich dann Platz gefunden und alles easy verstauen können. Und noch besser: Nachdem das Boarding komplett abgeschlossen war, sah ich, dass die Reihe hinter mir noch frei war und ergriff die Gelegenheit. So konnte ich es mir dann gut gemütlich machen. Die ersten sechs Stunden vergingen dank Entertainment und gutem Service der Airline stressfrei und schnell.Herzlich willkommen Doha. Auch hier war ich bald am neuen Gate und hatte noch eine gute Stunde bis zum Boarding, welches anschließend ebenfalls entspannt verlief. Im Flieger hatte ich leider nicht wieder so viel Glück und konnte keine leeren Plätze um mich herum erblicken. Immerhin saß neben mir eine Dame aus der „Fraktion Mundschutz“, und die sind ja zu meist recht zierlich. So auch diese. Allerdings ließ es sich die Person vor mir nicht nehmen, den Sitz nach hinten zu stellen und mir dabei fast die Beine zu brechen. Nun setzte die Müdigkeit ein. Der Flug geriet immer mehr zur Qual, war dann aber nach weiteren sechs Stunden irgendwann geschafft.In Bangkok angekommen, empfing mich eine Dame der Airline am Ausgang und die Scheiße nahm ihren Lauf.
Die Sache mit den Toiletten
Wenn wir schon über Scheiße reden, lockere die Story etwas mit den Toiletten im asiatischen Raum auf …In Bangkok angekommen, drängte es nämlich etwas bei mir. Auf den Örtlichkeiten
angekommen, wunderte ich mich über diesen Schlauch neben der Schüssel. „Clever, dann kann man die Toilette schnell und einfach reinigen. Hier wird auch noch an die Toilettenfrauen und -männer gedacht. Stark.“ So dachte ich. Es standen allerdings auch Mülleimer in den Toiletten. Aber als alter Fuchs weiß ich inzwischen: Mülleimer auf Toilette heißt Kein Papier in die Schüssel. Das ist nicht nur in Brasilien so, sogar in weitaus mehr Ländern üblich als zunächst gedacht, und auch in Europa kommt das relativ häufig vor. Als wir letztlich im Vietnam angekommen waren, lächelte mich wieder so ein Schlauch an, und nun musste doch in Erfahrung gebracht werden, was es damit auf sich hat. Nach kurzer Zeit im WWW stellte sich heraus: Das ist gar kein Reinigungsgerät für die Toilette, sondern eines für den Benutzer, also eine „Popodusche“. Üblicherweise reinigt sich der Toilettenbesucher damit seinen Allerwertesten. Oftmals wird hierzu aber auch direkt die Hand verwendet. Laut Knigge empfiehlt sich hier die linke Hand, die man niemanden reicht. Oftmals gibt es auch kein Papier auf den Toiletten. Außerdem empfiehlt es sich, die Temperatur und den Druck des Schlauches vorher zu prüfen. Wenn hier Kärcher-Niveau herrscht, ist das Ganze mit Vorsicht zu genießen. Verbrühungen will auch keiner. Die wären dann tatsächlich für den Arsch. Wenn du also das nächste Mal in Asien auf einer dieser Toiletten sitzt, dann genieße dein Geschäft.
Zurück zu Bangkok und dem Beginn des Abenteuers
Nach diesem Ausflug auf die Örtlichkeiten Asiens zurück zu der netten Dame der Airline, die mich in Bangkok abgefangen hatte. Sie versuchte mir zu erläutern, dass ich aus dem Flughafen, also aus der Transitarea, herausgehen müsse, um meinen Koffer zu holen, da sie nicht in der Lage gewesen waren, diesen an die Airline für den letzten Flug zu überreichen. Zeit bis zum Boarding des letzten Fluges: zwei Stunden. Die ersten 30 Minuten gingen für das Laufen Richtung Ausgang drauf. Dort: Passkontrolle. Wartezeit: Eine Stunde. Großartig. Doch ich glaubte, clever zu sein. Ich entdecke ein Schild, welches einen Treffpunkt für Seefahrer anzeigte. 600 Meter im Flughafen kosteten mich allerdings auch fast 10 Minuten. Weitere Minuten vergingen, ehe mich die Mitarbeiterin vor Ort zurück zur „normalen“ Passkontrolle schickte. Insgesamt verlor ich also Zeit, statt aufzuholen. Es wurde an der Zeit, Dreistigkeit an den Tag zu legen. Die Schlange zeigte zwei Linien: „Holzklasse bitte links und eine Stunde warten“ und „1st Class und Benachteiligte bitte rechts und zwei Minuten warten.“ Ich war selbst erstaunt, wie einfach es war, hier fix durchzuflitzen. Ein bisschen Panik und Schweiß in meinem Gesicht überzeugten den Mitarbeiter davon, dass ich es eilig hatte. So - wo aber war nun mein Koffer?! Ich suchte an der Tafel. Ah, Doha! Band 17 und los! Am Band eingetroffen, wurde ich sogar etwas entspannter, denn die Koffer waren quasi gerade erst angekommen. Aber als ich nach der zweiten Runde meinen Koffer nicht finden konnte, wurde es wieder spannender. Die Sache, dass ungefähr jeder zweite Koffer auf den ersten Blick so aussah wie meiner, machte es nicht unbedingt besser. Nach langen Minuten ging es dann zu einem Mitarbeiter, der mich ein Band weiterschickte. Fuck - da steht ja auch Doha! Der Puls sank wieder, aber nicht allzu lange, denn auch dort war nichts zu finden. Wieder einen Mitarbeiter zu Rate gezogen - der ging mit mir an einen komischen Schalter, und schließlich folgte der entscheidende Tipp: Versuchen Sie es mal beim Übergepäck. Mit Erfolg. Ich hatte meinen Koffer.Endlich zum Ausgang und weiter zum Eingang. Wo ist der Check-In? Noch 45 Minuten bis zum Boarding. Hatte ich eigentlich schon erwähnt, dass es gefühlt 30 Grad und 100 Prozent Luftfeuchtigkeit in dem Flughafengebäude hatte? Aber endlich hatte ich den Check-In gefunden! Hier mein Koffer - und los! Denkste! „Sorry Sir, to heavy!“ Hui - ob ich jetzt Zeit für Diskussionen hatte? „How much?“ So lautete meine Gegenfrage, nachdem ich ein paar Sekunden versucht hatte, zu erklären, dass ich bereits zwei Flüge hinter mir habe und es zunächst hieß, das Gepäck werde komplett durchgeschickt. Wenn man in Europa Gepäck mit Übergewicht hat, zahlt man gefühlt mehr Gebühren als für das Flugticket selbst. Hier wollte die Dame für acht Kilo Übergewicht allerdings nur knapp 25 Euro, weshalb ich mir das alles ersparen und bezahlen wollte. Aber ich hatte die Endrechnung ohne die Dame gemacht. Die schickte mich nämlich zum Bezahlen quer durch den Flughafen. Wieder waren somit 20 Minuten weg. Als ich dann endlich wieder am Schalter war, fiel mir eine junge Frau am Schalter neben mir auf: Offensichtlich europäisch, wenn nicht sogar deutsch, hochroter Kopf und pure Verzweiflung im Gesicht. Wir schauten uns kurz an, dann war klar: AIDA. Auch wenn die Zeit knapper und knapper wurde, freute ich mich ungemein, da ich ab sofort die Scheiße nicht mehr allein durchlaufen musste. Und es waren noch einige Hürden zu nehmen.Sarah, so der Name meiner Leidensgenossin, hatte noch ganz andere Probleme. Man wollte sie gar nicht ins Land lassen. Aber ich war ja auch eingecheckt worden. Das sorgte nun allenthalben für Verwirrung, weshalb meine Papiere erneut geprüft wurden. Dass wir nur noch 15 Minuten bis zum Boarding hatten, war den Damen am Schalter sichtlich egal. Nach weiteren wertvollen Minuten waren wir gemeinsam zumindest bei jenem Problem angekommen, das ich schon eine geraume Zeit mit mir herumschleppte: Übergepäck. Immerhin hatten wir gelernt, dass sich selbst die schlüssigste Argumentation nicht lohnt, sondern es besser ist, zunächst rasch zu bezahlen. Gesagt, getan und ab zum Gate. „Nur“ noch Sicherheits- und erneute Passkontrolle vor uns. Die Sicherheitskontrolle verlief erstaunlich zügig. Bei der Passkontrolle setzte ich wieder auf Panik und Schweiß, um schnell durchzukommen. Dann ging es endlich zum Gate, welches nicht mehr „Boarding“ anzeigte, sondern „Final Call“. Ich war als erster vor Ort und gab an die Mitarbeiter weiter, dass noch mindestens eine Person käme und sie doch bitte warten mögen. Dann kam zwar zunächst nicht meine Kollegin angerannt, aber eine weitere Dame, die ebenfalls von mir mit dem Wort: „AIDA?!“ begrüßt wurde - und tatsächlich: Nun waren wir schon zu Dritt. Auch Sarah - die zweite Kollegin hieß übrigens Silvi - war angekommen, und tiefe Erleichterung machte sich breit.
Kommen wir ohne Maske überhaupt ins Flugzeug?
Auffällig war zudem, dass es von Flughafen zu Flughafen immer mehr Mundschutzmasken an den Fluggästen zu sehen gab. In Bangkok waren wir bereits die Einzigen, die ohne Mundschutz unterwegs waren; ganz gleich, ob Mitarbeiter oder Fluggäste. Alle hatten Masken. Sollte einem das Angst machen? Ich weiß nicht. Aber es ist schon krass zu sehen, wie das die Menschen beeinflusst, wobei man auch sagen muss, dass dort generell viel Mundschutz getragen wird. Daher habe ich auch keinen richtigen Vergleich, was dort „normal“ ist. Aber auch im Flieger waren wir dann ausnahmslos die einzigen Personen ohne Mundschutzmaske.Flug Nummer drei von Drei war zum Glück nicht besonders lang, dafür auch nicht gerade komfortabel. Und gegen Ende hatte man das Gefühl: jetzt läuft es doch. Pünktlich wurde gelandet, Passkontrolle verlief ohne Schwierigkeiten und die Koffer wurden gleich gefunden. Höhepunkt: Unser Agent war auch schon da. Also ab ins Hotel. Oder? Der Fahrer konnte leider kein Wort Englisch, was die Angelegenheit verkomplizierte. Nach etwa einer Stunde Fahrtzeit waren wir offenbar in der Nähe der Küste. Riesige Hotelkomplexe zeichneten sich im Dunkeln ab. Ein Hotel erschien pompöser als das andere. Allerdings waren die Straßen menschenleer und das um 17.30 Uhr Ortszeit. Am Hotel angekommen, bestätigte sich der Eindruck - wir waren wohl die einzigen Gäste. Was auch immer hier sonst abgeht, gerade jetzt war hier jedenfalls Totentanz angesagt. Ob es darin lag, dass nicht Hauptsaison ist, oder ob es mit dem Virus zu tun haben könnte, konnte mir niemand erklären, da wirklich hier keiner auch nur zwei Sätze Englisch sprechen konnte.Auch wenn wir ziemlich ermüdet von den Flügen waren, machten sich Silvi, Sarah und ich noch auf den Weg, um etwas zu essen, was angesichts der leeren Straßen gar nicht so einfach war. Das erste Restaurant nahm keine Kreditkarte, das zweite verscheuchte unser Interesse mit der fettesten Ratte im Eingangsbereich, die ich je gesehen habe, und das dritte Restaurant, eher ein Kiosk, erschien zunächst nicht sehr einladend, erwies sich dann aber als recht nett. Bier gab es für etwa einen Euro, und eine Flasche Vodka für 5,50 Euro. Insgesamt bestellten wir viele Getränke und reichlich zu essen und hatten am Ende keine 50 Euro auf der Uhr. Das war echt günstig.
AIDAvita fährt unseren Hafen nicht an
Schon vor dem Essen kamen die ersten Gerüchte auf, dass wir am morgigen Tage überhaupt nicht auf unser Schiff aufsteigen könnten. Nach weiteren Gesprächen mit bekannten Crew-Mitgliedern kam dann tatsächlich die Bestätigung, dass dem Schiff das Anlegen verwehrt worden sei und man nun nach Bangkok fahre. Bangkok?! War das nicht der Flughafen, der uns Schweiß, Tränen und Blut geraubt hatte? Welch eine Ironie! Bis dato hatten wir aber auch noch nichts Offizielles gehört.Im Hotel dann eine nette Überraschung - Transfer morgen früh um fünf Uhr. Na geil, jetzt noch 6 Stunden schlafen und wieder weiter, aber keine Ahnung, wohin es eigentlich geht.
Wir waren nicht alleine!
Wenige Stunden später stand ich also wieder am Eingang des Hotels, und war bereit, erneut zu diesem Höllenflughafen zu fliegen. Zu meiner Überraschung waren tatsächlich noch andere AIDA-Crewmitglieder in dem Hotel. Wir waren nunmehr insgesamt 9 Leute. Teamstimmung kam auf, die besonders heiter wurde als der Busfahrer auf einmal umdrehte und zurückfuhr. Unsere Flüge waren erneut gestrichen worden, und wir fuhren zunächst zurück ins Hotel.
Das wars dann mit meiner 1000 Euro-Drohne
Zurück im Hotel war schnell klar – wir wollten die Zeit hier nutzen. Auch wenn wir noch nicht genau wussten, wann es für uns weitergehen würde, haben sich ein paar von uns dazu entschlossen, einen Trip zu unternehmen. Es sollte in die Bucht von Hai Long
gehen. Ein wundervoller Ort, der leider an diesem Tag etwas nebelverhangen war. Das hatte aber auch seinen Charme. Was uns schon am Tag zuvor aufgefallen war: Hier steht ein Hotel-Komplex neben dem anderen, aber es ist weit und breit keine Menschenseele zu sehen. So kam es, dass wir uns zu sechst ein 30-Mann-Boot charterten und uns auf dem Weg in die besagte Bucht machten. Die Stimmung war gut, und Bier gab es für rund 1.20 Euro ebenfalls an Bord. Nach einer langen Fahrt durch eines der heutigen Weltwunder, hielten wir dann an einer wundervollen Höhle, die gar kein Ende zu nehmen schien. Am Ausgang der Höhle und mit wunderbarem Blick über die Bucht dann die Idee, hier die Drohne fliegen zu lassen. Gesagt, getan. Alles bereit gemacht. Allerdings hatte ich kein Internetempfang und auch das GPS-Signal ließ zu wünschen übrig. Hatte ich schon erwähnt, dass es zudem leicht nieselte? Der Start verlief zunächst gut, sie schwebte noch im Schutz eines Felsvorsprungs in der Luft, doch kaum war meine kleine Drohne im „Freien“, verlor ich das Bildsignal und die Drohne machte sich selbstständig auf und verschwand zwischen zwei Felsen. Der Flug dauerte laut Aufzeichnungen nicht einmal 48 Sekunden. Das war irgendwie ärgerlich. Aber ich habe nun gelernt:1. Nicht bei Regen fliegen.2. Nicht ohne GPS-Signal fliegen.3. Nicht ohne Internetverbindung fliegen.4. Nicht fliegen, wenn ich meine Brille nicht dabeihabe. Ich hatte nämlich meine Drohne zudem kurz nach dem Start mit einem Vogel verwechselt.5. Auch mal aufs Bauchgefühl verlassen – und das war an diesem Tag nicht besonders gut.Nach ein paar vergeblichen Versuchen, die Verbindung zur Drohne erneut aufzubauen, ging es langsam zurück Richtung Festland und Hotel. Nach einem mehr oder wenig gutem Essen sank ich erschöpft ins Bett und fiel ziemlich fix ins Koma, aus dem ich erst um 1 Uhr in der Nacht erwachte.
Zurück nach Bangkok
Inzwischen stand auch fest, dass es morgens um 6 Uhr wieder an den Flughafen und von dort aus über Ho Chi Min Stadt nach Bangkok gehen würde. Am Flughafen angekommen, nahmen die Probleme und Hürden einmal mehr kein Ende. „Sorry Sir, only 20 Kilos!“ Gemeint war mein Koffer, der immer noch über 28 Kilo auf die Waage brachte. Fast alle von uns hatten „Übergepäck“, weshalb wir zunächst versuchten, zu diskutieren und letztlich bezahlten. Sonst wird das nie was. Immerhin war das zunächst das einzige Problem, das wir hatten. Der Flug verlief anschließend fast schon zu reibungslos, was sich in Ho Chi Minh Stadt dann rächen sollte.
Kein Einlass nach Thailand
In Ho Chi Ming Stadt ging es dann raus – Gepäckholen und wieder neu einchecken. Doch Pustekuchen. Wir könnten ohne ein Flugticket aus Thailand nicht einreisen. Dass wir auf dem Schiff arbeiten sollten, interessierte die Dame am Schalter überhaupt nicht. Glücklicherweise war auch unserer General-Manager mit in der Truppe. Er hat alle notwendigen Kontakte schnell am Telefon und versuchte, uns irgendwie in dieses Flugzeug zu bringen. Allerdings rückte das Boarding immer und immer näher. Nach ein paar Telefonaten zogen wir uns zurück. Es hieß nun warten auf ein paar Dokumente, die uns helfen sollten, doch noch fliegen zu dürfen. Ich gönnte mir eine Stärkung bei meiner alten Liebe „Burger King“, und als ich zurückkam, standen schon wieder alle aufgeregt am Schalter. Nun sollte es doch in den Flieger gehen. Allerdings zog sich auch das ohne Ende hin. Die Nervosität stieg. Jetzt war zwar das Gepäck eingecheckt, wir aber nicht im Flieger. Als wir nun alle endlich Boardingpässe hatten, wurde sich vorgedrängelt, wo es nur ging. Und tatsächlich: Noch bevor unsere Namen durch die Lautsprecher schallten, hatten wir das Gate erreicht. Verschwitzt ging es in den Flieger zu unserem hoffentlich letzten Flug.
Neue Gerüchte
In Bangkok angekommen, schien unsere Pechsträhne endlich ein Ende zu nehmen. Das Gepäck war da und unsere Fahrer gefunden. Sollte es alles so einfach bleiben?! Plötzlich klingelte das Telefon eines Kollegen: „Asien ist abgesagt, alle Gäste verlassen morgen das Schiff und wir fahren leer raus aus dem Corona-Gebiet“. Oh nein – bitte nicht. Ich bin nur wegen der Route auf diesem Horrortrip. Aber als dann auch die nächste Kollegin die Info bekommen hatte, war es wohl bestätigt. Na, das wäre ja auch zu schön gewesen, wenn das Chaos endlich ein Ende nehmen würde. Aber jetzt erstmal ins Hotel und duschen.
Luxus-Hotel in Pattaya
Nach gut zwei Stunden kamen wir dann endlich am Ziel an und waren etwas überrascht. Gab es keine freien Hotels oder was läuft hier falsch? Uns wurde das Gepäck abgenommen, wie man es sonst nur aus Filmen kennt. Ihr wisst schon, wo ein Mensch mit Hut das Gepäck auf diese Wagen stellt und dann auf das Zimmer bringt. Ferner wurde sich verbeugt, und es gab leckere Getränke, während wir auf unsere Zimmerkarten warteten. Das Beste kam aber erst noch.

Das Ding hatte einen Pool auf dem Dach – ne warte: Zwei Pools. Mit Blick auf das Meer und den Sonnenuntergang; ein reiner Traum. Auch die Zimmer waren gigantisch. Da hat sich AIDA absolut nicht lumpen lassen. Aber wir hatten uns das definitiv verdient. Essen war auch mit dabei, und so ließen wir es uns noch richtig gut gehen an diesem Abend, schlenderten durch die Straßen und waren auf der berühmten „Walking Street“. „Massage, Massage“ und jede Menge Ping-Pong-Angebote wurden uns zugerufen. Niemals war man sich sicher, ob hier Frauen oder Ladyboys am Start waren. Ein gefährliches Spiel. Aber das ist eigentlich eine andere Geschichte. Kommen wir zum Finale …
Endlich zuhause
Am nächsten Morgen ging es erneut mit dem Taxi zum Schiff. Oder vielleicht besser gesagt, sollte es zum Schiff gehen. Und tatsächlich: Etwa 20 Minuten später standen wir vor AIDAvita. Kaum zu glauben. Wir hatten es geschafft. Nachdem wir mit dem Gepäck dann auch im Inneren des Schiffes standen, gab es wirklich keinen Zweifel mehr. Wir waren zuhause.
Keine Gäste an Bord
Fünf Tage Anreise, vier verschiedene Länder, zwei Hotels und eine versenkte Drohne im Vietnam. Was für ein Trip! Und wie geht es jetzt weiter? Das ist nach wie vor ungewiss. Seit zwei Tagen sind wir mittlerweile ohne Gäste unterwegs nach Singapur, wo wir auch das Schiff nicht verlassen werden. Wo es dann hingeht, ist tatsächlich noch immer nicht bekannt.Über die aktuelle Situation und was ich jetzt eigentlich mache, solange keine Gäste an Bord sind, berichte ich dann in den kommenden Tagen.